Der Borobudur

Borobudur Der Borobudur liegt etwa 25 km nordwestlich von Yogyakarta in Zentral-Java und gehört, wie der nicht weit entfernt liegende Prambanan-Tempelkomplex, zum Weltkulturerbe.
Es handelt sich beim Borobudur um ein buddhistisches Heiligtum, welches Mitte des 8. Jahrhundert erbaut wurde, jedoch schon zu Beginn des 10. Jahrhunderts wieder in Vergessenheit geriet.
Der Borobudur ist als Stupa angelegt, eine Bauform die auf Java sehr selten und eher in Hinterindien verbreitet ist. Seine Höhe beträgt heute etwa 33 Meter, betrug ursprünglich jedoch über 40 Meter. Die Seiten des quadratischen Baus sind jeweils etwa 120 Meter lang. Der gesamte Bau ist im 8. Jahrhundert über einem natürlichen Hügel erbaut worden, der den Kern des Borobudur bildet. Da jedoch dieser Hügel im Laufe der Zeit dem hohen Druck des Bauwerks nicht Stand hielt, wurde schon zu Zeiten der Errichtung des Borobudur der untere Bereich mit einem schweren Steingürtel befestigt. Dieser Steingürtel verdeckte seit jener Zeit das unterste Reliefband, welches erst während der Restauration wieder vollständig freigelegt wurde. Heute ist nur ein kleiner Teil dieses sehr gut erhaltenen Reliefs zu besichtigen, da der Steingürtel es erneut verdeckt. Nur ein kleiner Ausschnitt ist freigelassen worden.

Borobudur Relief Der Borobudur gliedert sich in sechs übereinander liegende Terrassen, von denen die obersten fünf von Mauern umgeben sind. Diese Mauern sind sowohl auf der Innen- als auch Außenseite mit über 1200 Reliefbildern versehen. Die weiteren Reliefbilder die den Sockel schmücken sind wie schon erwähnt nur zu einem kleinen Teil sichtbar, da sie vom Steingürtel der den Sockel stützt verdeckt werden. Auf ihnen sind Szenen aus dem Karmavithangga dargestellt, die sich mit der indischen Vorstellung des Karma, als der durch die Summe der guten und bösen Taten bedingten Wiedergeburt, beschäftigen.
Die etwa 300 Reliefbilder auf der zweiten Ebene stellen das Leben und Wirken Gautama Buddhas dar, wie es im Lalitavistara geschildert wird. Auf den Reliefs der dritten und vierten Ebene werden Szenen aus der Jataka- und der Avadana-Legende abgebildet. Sie beschreiben die guten Taten Buddhas in seinen früheren Leben und sollten den Gläubigen als Vorbild dienen. Die fünfte Ebene wird von Reliefs umgeben, die Illustrationen von Sutra-Texten beinhalten. Dieses Epos handelt vom Streben nach der höchsten Erleuchtung und schildert im Wesentlichen die Geschichte Sudhanas, der als Sohn eines reichen Kaufmanns verschiedene Bodhisattvas aufsuchte um von ihnen die höchste Weisheit zu erlangen. Das Gandavyuha welches diese Geschichte erzählt gehört zu den wichtigsten Schriften des Buddhismus.

Stupa mit Buddhafigur Auf der obersten Terrasse sind weitere drei Terrassen mit insgesamt zweiundsiebzig Stupas errichtet worden. Diese drei Terrassen haben jedoch keinen quadratischen Grundriss wie die unteren Terrassen sondern sind rund. In den zweiundsiebzig Stupas befindet sich je eine Buddhafigur. Zudem sind weitere etwa 430 Buddhafiguren in offenen Nischen am gesamten Borobudur zu finden. Die einzelnen Terrassen betritt man durch einen der vier Treppen-Aufgänge, die durch Tore zwischen den Terrassen von der untersten Ebene bis zum zentralen Stupa hinaufführen.