Chiapas
Chiapas ist der südlichste Bundesstaat in México und grenzt an Guatemala. Seine Hauptstadt ist Tuxtla Gutierrez, als wichtigste Stadt gilt der mehrheitlich indianischen Bevölkerung jedoch San Cristóbal de las Casas. Diese im Zentrum des Bundesstaates gelegene Stadt wurde im Jahre 1528 gegründet. In ihrer Umgebung leben über 300000 Tztzil- und Tzeltal-Maya, deren malerische Märkte in den nahe gelegenen Orten San Juan Chamula und Zincantán die Hauptattraktionen für Touristen sind. In der von Touristen regelmäßig besuchten Kirche von San Juan Chamula ist fotografieren ebenso wenig erlaubt wie im gesamten Stadtgebiet von Zincantán. An diese Regel sollte man sich strikt halten, um Schwierigkeiten mit Einheimischen aus dem Wege zu gehen.
Politisch hat sich die Lage in Chiapas in den letzten Jahren wieder etwas entspannt und die seit 1994 für die Rechte der unterdrückten Indios kämpfenden Aufständischen unter Subcoandante Marcos wurden von dem Militär weitgehend besiegt. Auch die Aussicht auf Verbesserungen die die Regierung versprochen hat haben die Zahl der Überfälle deutlich reduziert. Bis das Problem der ungleichen Verteilung des Besitzes in diesem Bundesstaat und die damit einhergehende Benachteiligung der Indigenas endgültig gelöst ist, kann es jedoch immer wieder zu Anschlägen und Überfällen kommen. Ob der Überfall der unseren Reiseveranstalter dazu veranlasste die Stadt San Cristóbal de las Casas nicht anzufahren den Aufständischen zuzuschreiben ist, war nicht zu erfahren. Berichte anderer Reisender, die zur fraglichen Zeit in dieser Region waren, sprechen jedoch dafür, dass es sich um einen Überfall von einfachen Räubern handelte und nicht um Aufständische.
Palenque
Das im Norden des Bundesstaates Chiapas gelegene Palenque gehört zu den
bekanntesten archäologischen Stätten in México. Die Ruinenstädte wurde 1785 von den Spaniern entdeckt und
entwickelte sich neben Chichén Itzá zu der am meisten besuchten Touristenattraktion in
México. Die Ruinen liegen in etwa 200 Metern Höhe, von dichtem Dschungel umgeben, am Ufer des Otulum Flusses.
Entstanden sind sie in der Zeit zwischen 600 und 700 nach Christus, dem Höhepunkt der Macht Palenques.
Die Geschichte des Herschergeschlechts von Palenque ist wohl die am besten bekannte der gesamten Maya. Zudem
kann sie mit einigen Besonderheiten aufwarten. So hat zweimal in der Geschichte Palenques eine Frau die
Regierungsgeschäfte geführt und somit such die Erbfolge nicht über die väterliche Linie, sondern von der Mutter
auf den Sohn weitergegeben. Der bekannteste Fürst von Palenque ist wohl Pakal II., dem die wichtigsten Bauten
zu verdanken sind. Besonders fällt die, als Palast von Palenque bezeichnete, ehemalige Residenz des Fürsten auf.
Der rechteckige Turm im Zentrum des Palastes diente möglicherweise zur Sternenbeobachtung, wahrscheinlicher
jedoch als Wachturm. Im Innern des Haupttemples des Ortes, dem Tempel der Inschriften
(Templo de las Inscriptiones), wurde im Jahre 1949 vom Archäologen
Alberto Ruz Lhuillier etwa 1 Meter unter dem Fundament des Tempels der Sarkophag des
von 615 bis 683 nach Christuns über Palenque herrschenden Fürsten Pacal II. gefunden. Auch die anderen Tempel
in Palenque und die dort gefundenen Stelen und Inschriften sind einen Blick wert. Viele der gefundenen Objekte,
die nicht ins Anthropologisches Nationalmuseum
(Museo Nacional de Antropología)
in México City gebracht wurden, sind im lokalen Museum am Eingang der Ausgrabungsstädte ausgestellt. Weiterhin
ist eine Besichtigung eines noch nicht ausgegrabenen Temples, von denen es im Umfeld des Zentrums von Palenque
noch einige gibt, sowie eine Wanderung am Otulum Fluss zu den Wasserfällen einen Abstecher wert. Die Wasserfälle
werden auch als Bad der Prinzessin bezeichnet und sind von tropischer Vegetation umgeben. Im tropischen Urwald
steigt insbesondere in der Nähe des Flusses die Luftfeuchtigkeit sehr stark an, man sollte sich also darauf
einstellen.
Startseite