México-Stadt
México-Stadt (Ciudad de México) ist die größte Stadt
der Welt mit über 20 Mio. Einwohnern. Sie bedeckt schon fast das gesamte
Hochtal, in dem die mexikanische Hauptstadt liegt. Die jüngsten Ausläufer
dieser Megapolis arbeiten sich langsam die Hänge der, das Hochtal
einschließenden, Berge hinauf. Diese Neubaugebiete
bestehen zum größten Teil aus einfachsten Holz- und Wellblechhütten, die die
vom Lande in die Stadt ziehenden Menschen ohne Genehmigung errichten. Eine
Wasser- und Elektrizitätsversorgung sowie eine Abwasserentsorgung ist in
diesen Vierteln nicht vorhanden. Im Laufe der Jahre werden dann aus den
Hütten einfache gemauerte Häuser und auch eine Strom- und Wasserversorgung
erreicht irgendwann diese Gebiete. Gut erkennbar sind die Gegenden, in denen
die Hütten schon durch Steinhäuser ersetzt wurden, da bei diesen Häusern
meist noch Moniereisen aus den Wänden nach oben ragen. Dieses hat für den
Hausbesitzer den Vorteil, dass er nur die Hälfte an Grundsteuer zahlen muss,
denn sein Haus ist ja noch nicht fertig errichtet. Diese Lücke im
mexikanischen Steuerrecht ist allseits bekannt und wird auf Jahre hin
ausgenutzt. So findet man in ganz México in fast jeder Stadt Häuser, bei
denen die Moniereisen offensichtlich schon seit Jahren in den Himmel ragen.
Die Abwasserentsorgung ist in México-Stadt derzeit ein kleines Problem, da
die alten Leitungen insbesondere in der Innenstadt Risse haben. Da auch die
Trinkwasserleitungen nicht mehr vollständig in Ordnung sind, kann es
vorkommen, dass sich Teile des Abwassers ins Trinkwassernetz verirren. Das
Trinken von Leitungswasser, außer in den teuersten Hotels, ist wie in fast
allen tropischen Ländern daher nicht zu empfehlen. Während meines
Aufenthalts im México-Stadt, im Herbst 2002, waren ein großer Teil der Straßen
in der Innenstadt vollständig aufgerissen, um die beschädigten
Wasserleitungen zu ersetzen. Wann diese Bautätigkeit zu Ende gehen wird, ist
schwer abzuschätzen. Die Schäden an den Wasserleitungen sind nicht nur
mangelnder Pflege zuzuschreiben, sondern zum großen Teil der geologischen
Situation México-Stadts zu verdanken. México-Stadt ist auf dem Grund eines
trockengelegten Sees errichtet worden. Die letzten Reste dieses Sees, auf
dessen zentraler Insel die ehemalige Aztekenhauptstadt
Tenochtitlán stand, sind in den
Schwimmenden Gärten von Chochimilco zu finden. Da
der Seegrund eher einem Wackelpudding ähnelt als festem Gestein und das
Hochtal von México-Stadt häufiger durch Erdbeben erschüttert wird, bewegt
sich dieser Untergrund und zerreißt dabei leicht die alten Wasserrohre.
Geschichte:
Die Entwicklung der heutigen Stadt México-Stadt
(Ciudad de México)
begann um 1350, als sich die Azteken - die sich selbst zu
jener Zeit Méxica nannten - im Hochtal am
Texcoco-See niederließen. Sie errichteten auf einer
künstlichen Insel, die um eine kleine natürliche Felsinsel im See herum
aufgeschüttet wurde, ihre Hauptstadt Tenochtitlán.
Von dieser uneinnehmbaren Stellung aus eroberten sie zuerst das gesamte
Seeufer und dann das umgebende Land.
In den folgenden 200 Jahren bis zur Ankunft der spanischen Conquistadoren
wuchs diese Stadt zu einem Venedig Amerikas, das die
Spanier sehr beeindruckte, als sie die Stadt zum ersten Mal erblickten.
Dieses hielt Sie jedoch nicht davon ab Tenochtitlán
am 13. August im Jahre 1521 zu erobern und danach fast vollständig zu
zerstören. Auf den Ruinen der aztekischen Tempel errichteten Sie später ihre
Kirchen und Regierungsgebäude.
Im Jahre 1524 wurde mit dem Bau eines Franziskanerklosters begonnen, von dem
heute nur noch die Kirche Iglesia de San Francisco
steht. Sie gehört somit zu den ältesten noch erhaltenen Sakralbauten
Méxicos, auch wenn von dem ursprünglichen Bau, durch die vielen Umbauten im
Laufe der Zeit, nichts mehr erhalten ist.
Nur wenige Jahre später, im Jahre 1532, wurde an der Südseite des heutigen
Zócalo das erste Rathaus México-Stadts errichtet. Der
Platz, an dem auch heute noch das Rathaus (Palacio del
Ayuntamiento) steht (ein Bau aus dem Jahre 1948), existierte schon zur
Zeit der Azteken. In der spanischen Kolonialzeit
wurde er Plaza Real, Plaza
Mayor und Plaza de Armas genannt und nach der
Unabhängigkeit Méxicos Plaza de la Constitución.
Die Ostseite des Zócalo wird vom
Palacio Nacional eingenommen, der an dem
Platz errichtet wurde, wo einst Mactezuma II.
residierte und schon Cortés sich einen Palast
errichten ließ. Seit 1562 haben in diesem Gebäude 62 Vizekönige und alle
nachfolgenden mexikanischen Präsidenten ihren Amtssitz gehabt.
Auch die Nordseite dieses riesigen Platzes wird von einem Gebäude
eingenommen, welches auf eine lange Geschichte zurückblickt. Zum Ende des 16.
Jahrhunderts wurde an dieser Stelle mit dem Bau der
Catedral Metropolitana begonnen, die
auf dem Platz des ehemaligen aztekischen Tempels des Sonnengottes
Tonatiuh errichtet wurde und einen wesentlich
kleineren Vorgängerbau ersetzte. Durch Änderungen an den Plänen, Schäden
durch Überschwemmungen und andere Probleme, verzögerte sich jedoch die
Fertigstellung des Baus bis ins Jahr 1656. Die Türme und die Zentralkuppel
wurden sogar erst gegen Ende es 18. Jahrhunderts bzw. zu Beginn des 19.
Jahrhunderts vollendet.
Viele weitere Gebäude im Zentrum México-Stadts stammen aus der Blütezeit der
Kaffeebarone, dem ausgehenden 18. und dem 19. Jahrhundert. Auch zu Beginn des
20. Jahrhunderts wurden einige interessante Gebäude errichtet, z.B. der
Palast der Schönen Künste
(Palacio de Bellas Artes) und in den letzten
Jahrzehnten hat sich México-Stadt zum Zentrum der modernen mexikanischen
Architektur entwickelt. Zu den wichtigsten modernen Bauten zählt neben dem
Torre Latinamericano, dem
Anthropologischen Nationalmuseum (Museo
Nacional de Antropología) und dem Olympiastadion von 1968
(Estadio Olímpico) auch die
Universität (Universidad Nacional Autónoma
de México).
Touristisch interessante Orte in México-Stadt:
Das Anthropologische Nationalmuseum (Museo
Nacional de Antropología), der
National Palast (Palacio
Nacional), der Templo Mayor und die
Kathedrale zur Jungfrau von Guadalupe
(Basilica de Nuestra Señora de Guadalupe)
sind einige der interessanten Orte und Gebäude in Méxicos Hauptstadt. Neben
diesen Zielen, die kaum an einem Tage zu besichtigen sind, gibt es noch
weitere interessante Orte, die bei ausreichend Zeit einen Besuch wert sind.
Geht man zu Fuß durch das Zentrum von México-Stadt, vom Alameda Park zum
Zócalo, so kommt man an vielen interessanten Gebäuden vorbei. Einige sind
kunsthistorisch, andere architektonisch und weitere historisch bedeutend für
die Stadtentwicklung.
Direkt am Alameda Park liegt der Palast der Schönen Künste (Palacio de Bellas Artes), der in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts im Jugendstil erbaut wurden. Als Baumaterial wurde landesuntypisch Marmor verwendet, jedoch sind viele Details zu finden, die auf vorspanische Elemente zurückgehen. Insbesondere sind Zierelemente oft als Adler-, Jaguar- oder Kojotenköpfe ausgebildet und deuten damit auf die aztekischen Kriegerorden hin. In diesem Museum werden die Werke der berühmtesten mexikanischen Künstler wie Diego Riviera, Siqueiros und O´Gorman ausgestellt. Ebenfalls finden in diesem Gebäude Vorstellungen des mexikanischen Nationalballetts statt. Leider war das Museum während meines Besuches wegen Renovierungsarbeiten geschlossen.
Die Hauptpost mit ihren neugotischen Verzierungen entstand
etwa zur gleichen Zeit. Sie sollte man auf jeden Fall betreten um sich ihren
Schalterraum mit seinen Eisenkonstruktionen und das Jugendstil-Treppenhaus
mit seinem Glas- und Eisenschmuck anzusehen. Dieser kurze Zwischenstopp auf
dem Weg vom Palacio de Bellas Artes zum
Zócalo lohnt sich immer.
Einen Straßenzug weiter steht das mit 177 Metern ehemals höchste Gebäude
Mittelamerikas der Torre Latinoamericana, von dem aus man
bei gutem Wetter - wenn kein Smog über México-Stadt liegt - einen wunderbaren
Blick über die gesamte Metropole haben soll. Gegen die üblichen Erdbeben wird
dieses Gebäude durch sein Betonfundament stabilisiert, welches im schlammigen
Boden des ehemaligen Sees regelrecht schwimmt. Durch diese recht flexible
Verankerung schwankt die Spitze des Torre Latinoamericana
dann um mehrere Meter.
Das Kachelhaus (Casa de los Azulejos)
ist nur einige wenige Schritte von der Hauptpost entfernt und hat seinen
Namen von der vollständig mit Kacheln verkleideten Außenfassade. Erbaut
wurde dieses Haus wahrscheinlich auf Wunsch der Gräfin von Orizaba im 18.
Jahrhundert. Heute befindet sich im überdachten Innenhof dieses Gebäudes ein
Sanborns-Restaurant, einer in México recht
verbreiteten Restaurant-Kette mit gutem mexikanischen Essen zu vernünftigen
Preisen.
Beim Grand Hotel Ciudad de México ist besonders die
Art Nouveau Empfangshalle sehenswert. Das Hotel
liegt ganz in der Nähe des Zócalo und zählt immer
noch zu den besten Adressen der Hauptstadt. Neben dem Mosaik-Oberlicht in
der sehr hohen Empfangshalle ist auch der schmiedeeiserne Aufzug in der
Empfangshalle beeindruckend. Zudem empfängt den Besucher leises
Vogelgezwitscher in der Lobby, da wie in der Belle Époque
auch heute noch Singvögel in goldenen Käfigen gehalten werden.
Der Nationalpalast (Palacio Nacional) ist
insbesondere wegen der Fresken des Malers Diego Riviera
berühmt. Erbaut wurde er 1692, nachdem der ursprüngliche Bau von
Cortés einem Brand zum Opfer viel. Der dritte Stock
wurde erst 1927 hinzugefügt, nachdem schon im 19. Jahrhundert zwei Umbauten
stattgefunden hatten. Heute befinden sich in diesem Gebäude neben den Büros
der Abgeordneten, dem Sitz des Präsidenten und einiger Sitzungssäle auch ein
kleines Museum, das dem ehemaligen Präsidenten Benito
Juáres gewidmet ist. Im mittleren Hof hinter dem Haupteingang
befinden sich die berühmten Fresken Diego Rivieras,
welche die Wände der Galerie des 1. Stocks fast vollständig bedecken. Da es
sich bei diesem Gebäude um den Sitz des Präsidenten handelt ist der Eingang
von bewaffneten Polizisten und dem Militär gesichert. Der Zutritt ist jedoch
offen und neben Touristen sind es insbesondere Schulklassen mit ihren
Lehrern die diese Möglichkeit nutzen. Neben dem
Anthropologische Nationalmuseum (Museo
Nacional de Antropología) ist der Nationalpalast
(Palacio Nacional) quasi ein Pflichtziel
aller Schulklassen die México-Stadt besuchen.
Erkennen kann man Schulklassen nicht nur an der großen Anzahl von Kindern
die im Pulk auftreten sondern auch an den einheitlichen Schuluniformen.
Anhand der Farbe der Kleidung läßt sich auch erkennen welcher
Jahrgangsstufe die Schüler angehören.
Der Zócalo, der größte Platz Méxicos, hat in der Geschichte
Méxicos viele Namen gehabt. Sein Name leitet sich von dem Sockel eines nie
fertiggestellten Denkmals her, der sich in der Mitte des Platzes befindet.
Offiziell heißt er heute Platz der Verfassung
(Plaza de la Constitución).
An Stelle des geplanten Unabhängigkeitsmonuments steht
heute ein sehr hoher Fahnenmast auf dem Sockel, an dem eine riesige
mexikanische Staatflagge gehisst ist. Die Ausmaße des Platzes von etwa
240 mal 240 Metern machen ihm zum weltweit zweitgrößten Platz. Um diesen
Platz herum gruppieren sich die wichtigsten Gebäude der Hauptstadt. Neben
dem Rathaus dem Palacio del Ayunamiento und dem
Nationalpalast (Palacio
Nacional) ist besonders die Catedral Metropolitana
einer näheren Betrachtung zu unterziehen. Letztere sollte man jedoch - wie
alle Kirchen in México - nur außerhalb der Messen betreten, sofern einen
kein religiöses Bedürfnis in eine Messe treibt.
Der Templo Mayor (der Haupttempel der einstigen Azteken
Metropole Tenochtitlán) ist der einzige heute noch - genauer, teilweise
wieder - sichtbare Teil der ehemaligen Azteken Hauptstadt. Diese Stadt wurde
nach der Eroberung Méxicos durch die Spanier fast vollständig zerstört und
durch die heutige Hauptstadt Méxicos überbaut. Die Reste des Tempels wurden
erst im Jahre 1978 bei Ausschachtungsarbeiten entdeckt und danach einige
Häuser abgerissen um den Tempel soweit wie möglich freizulegen. Seit jener
Zeit hat sich der Tempel um ein beträchtliches Maß gehoben, da das Gewicht
der entfernten Häuser nicht mehr auf dem Grund lastet und die umgebenden
Gebäude weiterhin Druck auf den weichen Untergrund ausüben. Als erstes wurde
das Relief der Mondgöttin (Coyolxauhqui)
am Fuße des Tempels entdeckt. Das berühmteste Fundstück an dieser Stelle,
der Kalenderstein, ist durch einen Nachbildung
ersetzt. Das Original ist im Anthropologischen Nationalmuseum
(Museo Nacional de Antropología) ausgestellt.
In der Nähe des Tempels auf einem Platz vor der Sagrario
Metropolitano führen heute Nachkommen der Azteken für Touristen
traditionelle Tänze auf. Auf diesem Platz ist auch eine Rekonstruktion des
ehemaligen Tenochtitlán wie es vor der Eroberung
durch die Spanier ausgesehen hat zu besichtigen.
Sehenswert sind auch die Kirchen und Kathedralen in México-Stadt.
Insbesondere die Fronten der meist im Barockstil erbauten Gotteshäuser
Santo Domingo, Iglesia de San
Francisco, Iglesia de la Profesa,
Sagrario Metropolitana und Catedral
Metropoletana sind sehenswert. Aber auch einige weitere Kirchen und
Kathedralen lohnen einen Besuch. Im innern der Kirchen erschlägt einen fast
die barocke Prachtentfaltung, die wohl hauptsächlich aus einem Machtkampf
der unterschiedlichen Orden, die in México während der Kolonialzeit den
christlichen Glauben verbreiten wollten, hervorging. Bedenkt man die
Lebensbedingungen der einfachen Bevölkerung in der Kolonialzeit, und dass
sie die Kosten dieser Verschwendung aufzubringen hatte, so verwundert einen
die gottesfürchtige Haltung und Kirchentreue vieler Méxicaner.
Für Feministinnen und Freunde Moderner Kunst ist das Museo Frida
Kahlo einen Besuch wert. Bei diesem auffällig farbigen Haus handelt
es sich um das Elternhaus der Künstlerin Frida Kahlo,
welches nach ihren Vorstellungen umgestaltet wurde und in dem Sie von 1929
bis 1954 mit ihrem wesentlich berühmteren Ehemann Diego
Riviera lebte. Nach ihrem Tode wurde es in ein Museum umgewandelt, in
dem neben einigen archäologischen Objekten im wesentlichen die Arbeiten Frida Kahlos
ausgestellt sind. Mir persönlich hat der Garten im Zentrum des Hauses
am besten gefallen (die Kunstwerke weniger).
Die Kathedrale zur Jungfrau von Guadalupe (Basilica
de Nuestra Señora de Guadalupe) ist ein moderner
Kirchenbau und wurde in den 70ern neu errichtet. Sie ist der wichtigsten
Wallfahrtsort in México und wahrscheinlich auch in ganz Amerika und wird
täglich von mehreren hundert Gläubigen besucht. Verehrt wird das Bild einer
dunkelhäutigen Maria (La Morena), die heute als
Schutzheilige Méxicos gilt. Erbaut wurde diese Kathedrale an dem Ort einer
im Jahre 1533 geweihten Kapelle, die aufgrund einer Marienerscheinung
errichtet wurde.
Dem getauften Azteken Juan Diego war Maria am 9. Dezember des Jahres 1531
erscheinen und hatte ihm den Auftrag erteilt eine Kapelle zu bauen.
Nachdem der Bischof die ihm vorgetragene Bitte abschlug erschien Maria ein
zweites Mal und ließ Rosen erblühen. Als Juan Diego diese Rosen in seinem
Poncho als Beweis seiner Erscheinung dem Bischof brachte waren diese jedoch
verschwunden und hatten das Bild der dunkelhäutigen Maria hinterlassen.
Sehenswert ist neben dem grossen Kirchenraum mit seiner modernen Beleuchtung
auch die Art wie sichergestellt wird dass kein all zu grosses Gedränge vor
der Statue der Maria im Eingangsbereich entsteht.
Die Universidad Nacional Autónoma de México liegt einige
Kilometer südlich des Zentrums von México-Stadt. Sie ist mit über 500000
Studenten eine der größten Universitäten der Welt. Ihr Campus besitzt in
México einen besonderen Rechtsstatus, der es der Polizei sowie dem Militär
untersagt das Gelände zu betreten. Diese Autonomie wurde jedoch während der
Studentenunruhen vor der Olympiade 1968 in México nicht beachtet.
Die Universitätsbibliothek wird von Mosaiken auf ihren Außenwänden
geschmückt. Diese von Juan O'Gorman gestalteten Mosaiken stellen auf der
nach Norden weisenden Eingangsseite neben der Astronomie auch die
Kolonialzeit dar. Die westliche Fassade wird von einem Mosaik geschmückt,
welches das 20. Jahrhundert thematisiert und das Wappen der Universität als
zentrale Element darstellt. Die Südwand stellt durch Symbole der aztekischen
Religion die präkolumbianische Zeit dar. Auf der Ostwand hat O'Gorman seine
Vorstellung der Zukunft das Landes thematisiert und um die Darstellung eines
Atommodells angeordnet. Auch einige andere Gebäude des recht weitläufigen
Universitätsgeländes wurden von berühmten mexikanischen Künstlern gestaltet.
Direkt gegenüber des Universitätsgeländes liegt das Olympiastadion (Estadio Olímpico) welches von Diego Riviera mit Mosaiken ausgeschmückt wurde.
Das Anthropologische Nationalmuseum (Museo Nacional
de Antropología) besitzt die größte und schönste Sammlung
präkolumbianischer Antiquitäten in ganz México. Das Museum wurde im Jahre
1964 eröffnet und gilt als Meisterwerk moderner Museumsarchitektur. Leider
sind nicht immer alle Ausstellungsräume geöffnet. Aus diesem Grunde und da
ich für das Museum keinen ganzen Tag Zeit hatte, konnte ich nur einen Teil
der ausgestellten Funde sehen. Trotz des Verbots zum Mitnehmen von Stativ
und Blitz und der teilweise sehr schlechten Beleuchtung gelangen mir einige
Bilder der archäologischen Schätze die in diesem
Museum zu bewundern sind. Ein lichtschwächeres Objektiv oder eine zittrige
Hand und keines der Bilder wäre es Wert gezeigt zu werden. Leider ist die
Tiefenschärfe bedingt durch die große Blendenöffnung (Blende 1,4) für einige
Motive nicht ausreichend gewesen, aber mit mehr als 1/8 Sekunde wollte ich
(bei 50 mm Brennweite) nun wirklich nicht aus freier Hand photographieren.
Im Süden der Stadt befindet sich eines der Naherholungsgebiete der Stadt
México, die Schwimmenden Gärten von Xochimilco. Besiedelt
wurde der "Ort der Blumenfelder" (Xochimilco)
zuerst von den Tolteken und später von den Chichimeken. Diese legten
künstliche Inseln auf Flößen im See an, die sich im Laufe der Zeit am
Seeboden verankerten, auf denene sie Ackerbau betrieben. Heute werden die
Kanäle die zwischen den Inseln blieben, und den letzten Rest des früher
vorhandenen Sees darstellen, von zahlreichen Booten befahrenen. Bis vor
einigen Jahren wurden die Booten noch mit auf den Inseln gezogenen Blumen
geschmückt, heute sind Bemalung und vereinzelt Plastikblumen der
Ersatzschmuck der Boote. Insbesondere an Wochenenden verbringen viele
Mexikaner einige Stunden auf diesen Booten, wo gegen Bezahlung für sie
musiziert wird, man von kleinen Küchenbooten gebratenen Mais und andere
Gerichte kaufen kann und auf denen auch schon einmal eine Party von
Jugendlichen organisiert wird.
Ein abendlicher Besuch der Plaza Garibaldi sowie eines der an diesem Platze liegenden Lokale ist wegen der dort - gegen Gebühr - spielenden Mariachi Gruppen sehr zu empfehlen. Alleine sollte man den Weg dorthin jedoch nicht unbedingt unternehmen und Wertgegenstände besser im Hoteltresor hinterlegen. Dieses gilt leider in fast ganz México-Stadt, sobald die Sonne untergegangen ist. Touristen sind nun einmal die beliebtesten Opfer der Diebe in Méxicos Hauptstadt. Auch die starke Präsenz der Polizei sowie der Einsatz einer speziellen Touristenpolizei kann dieses nicht ändern. Im Falle eines Diebstahls ist es besser sich - wenn überhaupt - nur an die Touristenpolizei zu wenden. Insbesondere, wenn man der spanischen Sprache nicht mächtig ist, kann man sonst schon mal einen längeren Aufenthalt in einer Polizeistation einplanen. Auch die Nutzung von Taxen birgt eine gewisse Gefahr. Speziell die nicht lizensierten Taxen fahren gerne einmal einen Touristen in eine abgelegene Seitenstraße um den Fahrgast um eine kleine Spende zu bitten. Widerstand ist in solchen Fällen nicht angebracht.
Für Touristen auch abends recht sicher ist die Zona Rosa, andere Stadtteile sollten abends wegen der Gefahr von Diebstählen nicht alleine besucht werden.
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