Oaxaca
Oaxaca, die Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates, liegt in einem Hochtal,
von dem aus die bekannten Ausgrabungsstätten von Monte Albán und
Mitla sowie einige weitere präkolumbianische Orte leicht erreichbar sind.
Erste Ansiedungnen in diesem Gebiet werden den Mixtekten und den
Zapoteken zugeschrieben. Vermutlich haben jedoch schon vor diesen Völkern die
Olmeken das Hochtal besiedelt. Etwa ein Jahrhundert vor der Eroberung durch die
Spanier wurden diese Völker von den Azteken unter Moctezuma I.
unterworfen.
Die Altstadt Oaxacas ist geprägt von Prachtbauten des ausgehenden 19.Jahrhunderts und kolonialzeitlichen Kirchen und Häusern. Der Zócalo wird gesäumt vom Regierungspalast (Palacio del Gobierno), der ehemaligen Jesuitenkirche (La Compañía) und der Kathedrale. Eine weitere Kirche, die Dominikanerkirche (Santo Domingo) ist im Inneren mit prachtvollen Stuckarbeiten und enormen Mengen Blattgoldes verziert. Das Dominikanerkloster zu dem diese Kirche gehört beherbergt heute das Regionalmuseum (Museo Regional de Oaxaca), in welchem neben mixtekischem Goldschmuck auch die Funde aus dem Grab 7 von Monte Albán ausgestellt sind.
Monte Albán
Die den Zapoteken zugerechnete Anlage von Monte Albán liegt
etwa 10km östlich von Oaxaca auf einem künstlich abgeflachten Bergrücken in etwa 2000
Metern Höhe. Auf der etwa 200×300 m großen Fläche errichteten erst die Olmeken,
dann die Zapoteken und zuletzt die Mixteken mehrere Tempel
und Ballspielplätze.
Auf dem nebenstehenden Bild ist ein Modell der Anlage von Monte Albán zu sehen,
wie es im Museum dieser archäologischen Stätte gezeigt wird. Oben links in diesem Modell ist der moderne
Museumsbau zu erkennen (mit der Ziffer 1 markiert). Die Nordplattform (mit der Ziffer 2 markiert) liegt
rechts unterhalb des Museums und ist als erhöhte Ebene mit mehreren Templen zu erkennen. Sie ist durch eine
breite Freitreppe (3) von der eigentlichen Hauptebene getrennt. Am Übergang zwischen Nordplattform und
Hauptebene ist etwa in der Bildmitte der große Ballspielplatz
(Juego de Pelota) an seiner Doppel-T-Form zu erkennen (4). Ihn erreicht
man als erstes, wenn man die Archäologische Fundstätte vom Museum kommend, dem Weg nach links folgend,
betritt.
Im Zentrum des Hauptplatzes befinden sich die Überreste dreier Tempelpyramiden (von links nach rechts auf dem
Bild: Templo G, Templo H und
Templo I). Südlich (rechts) findet sich das auffälligste Bauwerk
Monte Albáns, das sogenannte Observatorium
(Montículo J) (5).
Es ist leicht an seiner zugespitzten Form zu erkennen und diente wahrscheinlich schon seit seiner Errichtung
im ersten Jahrhundert nach Christus den Zapoteken zur Sternenbeobachtung.
Umgeben ist die Hauptebene von weiteren Palästen und Pyramiden, von denen das
Gebäude der Tänzer (Palacio L) (6) an der Westseite der
Ebene am bekanntesten ist. In seinem Inneren wurden Reliefplatten gefunden, die olmekisch aussehende Personen
in möglicherweise tanzenden Haltungen darstellen. Diese berühmten Danzantes
stammen aus noch wesentlich früheren Tagen als das Gebäude selbst und wurden nur beim Bau wiederverwendet.
Die Ebene wird nach Süden hin von einer großen Plattform begrenzt, die vom
Templo Sur (7) überragt wird.
Von der mit 8 markierten Position aus, von den oberen Stufen dieser Terrasse, habe ich ein Panorama
aufgenommen, welches einen Teil der Tempel zeigt. Die Nordplattform mit ihren Tempeln ist im Hintergrund
noch zu erkennen, ein Teil der Tempel auf dieser Plattform werden jedoch aus dieser Perspektive von anderen
Bauten verdeckt. Auch der Templo Sur ist nur teilweise zu sehen, da er von Bäumen
verdeckt wird.
Um dieses Panorama betrachten zu können, muss Ihr Browser Java 1.2 oder neuer unterstützen und aktiviert haben.
Das Panorama samt dem notwendigen Java Applet wird durch einen Klick auf das folgende Bild gestartet, welches
im Vordergrund den Montículo J, besser bekannt als das
Observatorium von Monte Albán, zeigt.
Mitla
Mitla bedeutet im aztekischen Náhuatl, Ort der Toten. Es war
schon im Klassikum (ca. 100 bis 800 nach Christus) besiedelt und wurde nach der Aufgabe Monte Albáns durch
die Zapoteken, um 900 nach Christus, zu deren neuen religiösen Zentrum. Zu jener Zeit dürfte der Ort von
mehreren tausend Personen bewohnt gewesen sein.
Besonders sehenswert sind die Fassadenverzierungen der einzelnen Paläste, die teilweise sehr gut erhalten sind.
Ihre ornamentale Form erinnert teilweise an Webmuster.
Mezcal
Eine der wenigen landwirtschaftlichen Nutzungen im trockenen Zentrum des Bundesstaated Oaxaca ist die
Mezcalproduktion. Dieses hochprozentige Destilat wird aus dem Saft der Agaven-Kakteen gewonnen. Es gibt
Mezcal mit und ohne "Wurm". Der "Wurm" in der Flasche ist ein Maguey-(Agaven-)Wurm,
der in den zur Mezcalherstellung verwendeten Agaven lebt. Dieser gibt dem Mezcal einen etwas abweichenden
Geschmack, jedoch ist Mezcal ohne "Wurm" eigentlich das Original. Mezcal ist neben dem wesentlich
besser schmeckenden Tequila eine Art Nationalgetränk in México. Für verwöhnte Gaumen ist der Geschmack
meiner Meinung nach jedoch nicht geeignet. Die zerstampften Agaven schmecken sehr süß, bevor sie vergoren und
dann einmal gebrannt werden, einen deutlich rauchigen Beigschmack besitzen jedoch auch sie schon.
Startseite
