Yucatán

Sonnenuntergang am Golf von México bei Campeche Die Halbinsel Yucatán wird von den Bundesstaaten Campeche, Quintana Roo und Yucatán gebildet. Im südwestlichen Bundesstaat Campeche befinden sich neben der gleichnamigen , an der Golfküste liegenden Hauptstadt dieses Bundesstaates, die wichtigsten dem Chenes-Stil zugeordneten Mayastädten. Zu den wichtigsten dieser archäolgischen Ausgrabungen gehöhrt neben Edzná und Hochob auch Dzibilnocac, wobei Edzná von Campeche aus am einfachsten zu erreichen ist. Im Bundesstaat Yucatán, mit seiner Haupstadt Mérida, hingegen befinden sich die wesentlich bekannteren Mayastädte, wobei die wichtigsten alle recht leicht erreich werden können und bei Chichén Itzá sogar ein Hotel direkt neben den Ausgrabungsgelände existiert. Letzteres ermöglicht einen relativ stressfreien Besuch dieser von Badetouristen stark frequentierten Attraktion. Auf dem Weg von Campeche kommend trifft man jedoch zuerst auf die Puuc-Region, die dem dort herrschenden Stil auch ihren Namen gab. Dabei sind Uxmal und das nahegelegene Kabáh recht lohnende Ziele. Wer mehr Zeit hat kann auch Sayil und Labná besuchen.

Uxmal

Pyramide des Wahrsagers (Pirámide Adivino)

Die wichtigsten Gebäude in Uxmal stammen aus der Klassischen Periode der Maya, also aus dem 7. bis 9. Jahrhundert nach Christus. Aufgrund ihrer Größe, mit einer Höhe von über 35 Metern, fällt die Pyramide des Wahrsagers (Pirámide Adivino) sofort auf. Ihre abgerundete Form entspricht nicht der üblichen Bauweise der Maya, und mag zu der lokalen Legende dass diese Pyramide von einem Zwerg mit Hilfe seiner Großmutter - einer Hexe - in kürzester Zeit erbaut wurde beigetragen haben. Die Pyramide ist wie bei den Maya üblich durch Überbauung mehrerer Vorgängerbauten entstanden.

Nonnenviereck (Cuadrángulo de las Nonjas)

Ein weiteres recht auffälliges Gebäude ist das so genannte Nonnenviereck (Cuadrángulo de las Nonjas), ein annähernd rechteckiger Gebäudekomplex. Sein Name wurde ihm von den Spaniern gegeben und hat nichts mit seiner ursprünglichen Funktion zu tun. Wahrscheinlich handelt es sich um einen Adelspalast, in dem neben dem Fürsten auch seine Familie und engsten Verwandten lebten und Hof hielten. Sehenswert an diesem Gebäudekomplex sind neben den ornamentalen Verzierungen besonders die vielen Chak-Masken an den Wänden der Gebäude.

Auch die anderen Pyramiden, Gebäude und der Ballspielplatz von Uxmal sind sehenswert. Insbesondere der Gouverneurspalast (Palacio del Gobernador), mit seiner Gesamtlänge von etwa 100 Metern und seinem Mosaikrelief an der Fassade, zählt zu den beeindruckendsten Bauwerken im Puuk-Stil.

Mérida

Nachtleben in Mérida

Mérida liegt am Golf von México und wurde 1542 von den spanischen Eroberern gegründet. Zu Beginn des letzten Jahrhunderts war Mérida eine vom Sisalhandel geprägte Metropole, in der viele Herrenhäuser errichtet wurden. Nachdem jedoch, während des Ersten Weltkrieges, die Sisalnachfrage zusammenbrach, ließ die Bautätigkeit in der Millionenstadt merklich nach, sodass auch heute noch eine große Zahl der Gebäude aus der Zeit des Sisalbooms im Stadtzentrum zu finden sind. Dem Besucher bietet sich Mérida heute als junge, moderne und lebhafte Metropole dar, in der neben typisch yukatekischen Eigenarten auch karibische Einflüsse zu spüren sind. Insbesondere Abends zeigt sich die Lebendigkeit der Stadt, wenn die Jugendlichen sich auf den zahlreichen Plätzen und Boulevards, insbesondere auf dem Paseo de Montejo, treffen und bis spät in die Nacht feiern.

Chichén Itzá

Chichén Itzá ist die wohl bekannteste archäologische Stätte in México. Da sie auch noch recht schnell von der Mexikanischen Riviera (auch als Riviera Maya bekannt) aus erreicht werden kann, bleibt es nicht aus, dass besonders viele Touristen, darunter besonders viele Amerikaner, diesen Ort besuchen. Ein Großteil dieser Touristen kommt direkt von den Badehotels bei Cancún und ist an der für mexikanische Verhältnisse unpassenden Kleidung leicht zu erkennen. Bermudashorts und kurze Tops sind nun einmal nur für den Strand gedacht und in México ist ordentliche Kleidung eigentlich eine Selbstverständlichkeit.

Chichén Itzá wurde wahrscheinlich zwischen 400 und 500 nach Christus vom Volk der Itzá gegründet und etwa 200 Jahre später für eine längere Zeit verlassen. Im 9. Jahrhundert lebten sie jedoch wieder in Chichén Itzá und kontrollierten große Teile der Halbinsel Yucatán. Gegen Ende des 10. Jahrhunderts wurde - nach historischer Überlieferung - das Reich der Itzá von den Tolteken unter ihrem Herrscher Quetzalcóatl erobert. Seit dieser Zeit dürfte die herrschende Oberschicht in Chichén Itzá von den Tolteken abstammen, jedoch verschmolzen die Eroberer und die Besiegten im Laufe der Jahrhunderte. Mit der Eroberung setzte sich in Chichén Itzá ein von den Tolteken beeinflusster Stil durch, dem die meisten der monumentalen Bauten in Chichén Itzá zugeordnet werden. Inschriften wie sie von den Maya bekannt sind, sind jedoch nur recht spärlich an den Bauten aus dieser Zeit zu finden.

Tempel der Krieger (Templo de los Guerreros) Einer der schönsten Bauten in Chichén Itzá ist der Tempel der Krieger (Templo de los Guerreros). Besonders interessant sind, neben den Säulen der Vorhalle des Tempels, die direkt südlich, neben dem Tempel, stehenden Säulen der Gruppe der tausend Säulen (Grupo de las Mil Columnas). Die meisten der Säulen sind recht gut erhalten, so daß die Reliefs der auf ihnen abgebildeten Krieger noch gut zu erkennen sind. Ein besteigen des Tempels ist leider, wie auch bei den meisten anderen Gebäuden in Chichén Itzá nicht mehr erlaubt, die Besuchermassen würden dann doch zu große Schäden verursachen. Somit ist eine Besichtigung des Tempels auf der Pyramide mit ihrer Säulenhalle nicht möglich. Auf dem Bild, daß ich vom El Castillio aus aufgenommen habe ist er jedoch recht gut zu erkennen.

El Castillio Das wohl bekannteste und auffälligste Gebäude in Chichén Itzá ist die von den Spaniern als El Castillio bezeichnete große Pyramide im Zentrum. Ihre vier breiten Treppen besitzen jeweils 91 Stufen, und zählt man die oberste Plattform mit, so erhält man 365 Stufen, also die Anzahl der Tage des Ja'ab', eines der Kalender der Maya und Azteken. Besucht man Chichén Itzá zur Tag und Nacht Geleiche im Frühjahr (21. März) oder Herbst (23. September), so kann man Zeuge eines besonderen Ereignisses werden. Die Erbauer der 30 Meter hohen Pyramide haben die Steigung der Treppen und die Ausrichtung der Pyramide so gewählt, daß an diesen Tagen der Schatten der Treppen so auf die Pyramide fällt, daß der Eindruck entsteht eine Schlange würde sich von der Pyramide herabschlängeln. Verstärkt wird dieses Schauspiel noch dadurch, daß die Treppen an ihrem Fußende durch Schlangenköpfe verziert sind. Jaguarthron im Innern des El Castillio Im Innern der Pyramide des Kukulcán (El Castillio), grob geschätzt auf halber Höhe im Zentrum, befindet sich ein kleiner Raum. Dieser ist durch einen steilen und engen Gang von der Nordseite der Pyramide aus erreichbar. In diesem Raum, der zum Tempel einer durch das El Castillio überbauten Pyramide gehört, steht der Jaguarthron, ein mit Jadeplättchen verziertes Abbild eines Jaguars in Form eines Thronsessels. In einem zweiten Raum, der nicht zu besichtigen war, befindet sich eine Chac Mol Figur, die mit einem Opferritual der Azteken in Verbindung steht. Da diese Räume keine natürliche Belüftung besitzen und somit die Feuchtigkeit, die die Touristen mit ihrem Atem in diese Räume bringen würden, begrenzt werden muss, werden stündlich nur drei Gruppen zu etwa 12 Personen eingelassen. Sehr empfehlenswert ist es als einer der ersten den Raum zu besuchen, möglichst früh morgens, da die Luft schon nachdem die erste Gruppe hinaufgestiegen ist sehr feucht und verbraucht ist. Ein länger Aufenthalt in diesem Raum ist nicht sehr angenehm und auch nicht notwendig, da der eigentliche Thronsaal durch ein Gitter geschützt ist und neben dem Jaguarthron nichts weiter zu besichtigen ist.

Lightshow am El Castillio Abends, etwa eine Stunde nach Schließung der Ausgrabungsstätte, wird der Eingang wieder geöffnet, um für eine etwa 30 Minütige LightShow Zuschauer einzulassen. Die in spanisch vorgetragenen Erklärungen entsprechen wohl eher dem Geschmack und den Vorstellungen der meist amerikanischen Besucher, ob sie den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Geschichte der mittelamerikanischen Hochkulturen entsprechen ist jedoch nicht so sicher.

Das Observatorium (Observatorio) auch Caracol genannt Südlich des El Castillio befindet sich das Observatorium (Observatorio), auch bekannt als Caracol. Dieser Bau fällt besonders ins Auge, da es sich um einen Rundbau handlet, eine Form die in Mittelamerika recht selten ist. Ein Wendeltreppe im Inneren gab ihm seinen Namen Caracol und die Fenster im oberen Bereich sind ein guter Hinweis auf seine Verwendung als Observatorium, da sie auf die Äquinoktien ausgerichtet sind.

Ballspielplatz (Juego de Pelota) Der Ballspielplatz (Juego de Pelota) von Chichén Itzá ist mit 91 mal 36 Metern der größte und zudem auch noch der besterhaltene in ganz México. An den Seitenwänden des Platzes sind in beträchtlicher Höhe noch die steinernen Spielringe zu erkennen, durch die der Ball von den Spielern getrieben werden mußte. Dabei durften jedoch nur Knie, Hüfte und Ellenbogen genutzt werden. Mit seinen senkrechten Seitenwänden, den sehr hoch angebrachten Torringen und seiner enormen Größe, ist der Ballspielplatz von Chichén Itzá jedoch eine Ausnahme im Reich der Maya. Die Südseite des Spielfeldes wird von einer überdachten Zuschauerhalle und die Nordseite von einem kleinen Tempel, dem Templo del Hombre Barbado, begrenzt. Auf dem Südende seiner östlichen Seitenwand befindet sich der Templo de los Tigres, der seinen Namen von einem Relief mit Jaguaren und Schilden an seiner Dachkante erhalten hat.