Historische Stätten

Anuradhapura

Der heilige Bodhi-Baum in Anuradhapura

Im Norden Sri Lankas, etwa auf halbem Wege zwischen Kandy und Jaffna, liegt die älteste singhalesische Königsstadt Anuradhapura. Die Ruinen der vom 3. vorchristlichen Jahrhundert bis 1017 nach Christus besiedelte erste Metropole des Landes erstrecken sich über ca. 40km². Die wichtigsten Bauwerke konzentrieren sich am Ufer eines großen künstlich angelegten Sees, eines Tank, in der Nähe eines der wichtigsten buddhistischen Heiligtümer Sri Lankas. Der heilige Bodhi-Baum (Sri Maha Bodhi), ein Ficus religiosa, soll ein Ableger des Bodhi-Baumes sein, unter dem Prinz Siddhartha Gautama zum Erleuchteten - zum Buddha - wurde. Der Bodhi-Baum steht auf einer Terrasse in einem Tempelbezirk und Die Liebenden wird den ganzen Tag von Pilgern besucht die ebenso wie alle Touristen den heiligen Bezirk nur barfuss betreten dürfen.

Nur einige hundert Meter nördlich des heiligen Bodhi-Baumes entfernt erhebt sich eine große Stupa, die Ruwanweli Seya. Besonders beeindruckend ist an diesem aus dem 2. Jahrhundert nach Christus stammenden Bauwerk, die Außenwand, die von über 300 steinernen Elefanten geschmückt wird. Auf dem Die Königsfamilie von Anuradhapura Weg vom Bodhi-Baum zu dieser Stupa kann man einen kurzen Abstecher zum archäologischen Museem machen, in dem viele Funde aus dem heiligen Bezirk ausgestellt sind. Auch dem Isurumuniya-Museum im Süden des heiligen Bezirk gelegen, sollte man einen Besuch abstatten - allein schon wegen der beeindruckende Steinmetzarbeiten aus der Blütezeit Anuradhapuras. Das bekannteste der dort zu 'Tank' in Anuradhapura besichtigenden Bildwerke dürften die Liebenden aus dem 5. oder 6. Jahrhundert sein. Das Museum liegt neben dem gleichnamigen Felsentempel, südlich der königlichen Lustgärten, in direkter Nähe zum Tissa Wewa See.

Die drei großen, landschaftlich reizvoll gelegenen, Tanks wurden zur Zeit des singhalesischen Reiches von Anuradhapura angelegt, also schon vor rund 2000 Jahren. Sie dienten der Wasserspeicherung und der Feldbewässerung während der Trockenzeit. Mit ihrer Hilfe konnte die Landwirtschaft schon in vorchristlicher Zeit eine recht große Bevölkerung versorgen. In der Kolonialzeit wurden sie leider nicht mehr so gut gepflegt, sodass heute größere Anstrengungen unternommen werden müssen, um sie wieder in einen nutzbaren Zustand zu versetzen. Das Zentrum Sri Lankas wird an vielen Stellen von derartigen Stauseen geprägt.

Sigiriya

Der Löwenfelsen am Morgen

Der Sigiriya (Löwen-Felsen) erhebt sich steil, einem Tafelberg ähnlich, aus dem Dschungel. Er liegt etwas abseits der Straße von Trincomalee nach Kandy, etwa 20km westlich von Polonnaruwa. Berühmt ist er für die aus dem 5.Jahrhundert stammenden Fresken an einer seiner steilen Flanken. Auch die Geschichte Wolkenmädchen die mit diesen Bildern und dem Felsen verbunden ist ist recht spannend. Erschaffen wurden die Fresken und eine auf dem Plateau befindliche Festung unter König Kassapa. Er ermordete seinen Vater um an die Macht zu kommen, die jedoch seinem Halbbruder zustand. Nach dem Mord flüchtete er sich auf den ca. 200 Meter hohen Sigiriya-Felsen und ließ ihn zu einer Festung ausbauen. Auch die Fresken der Wolkenmädchen, von denen heute nur noch einige wenige vollständig erhalten sind, wurden am Aufgang zu seiner Festung erstellt. Den Eingang zur Palastfestung schmücken noch heute die überdimensionalen Pranken eines Löwen, die Wolkenmädchen aus dem Felsen geschlagen wurden und ihm seinen Namen gaben. Rund 18 Jahren herrschte Kassapa von diesem Felsen aus, bevor ihn sein Halbbruder Moggallana mit einem riesigen Heer angriff und in der Schlacht besiegte. Überliefert ist, dass sich Kassapa die Kehle durchschnitt bevor er gerichtet werden konnte.

Das Löwentor Der Weg zum Felsen führt durch die Reste der ehemaligen Palastanlage mit Wasserbecken, Vorratsräumen, Wachposten und anderen Gebäuderesten. Die einzelnen Terrassen dieser Anlage sind mit breiten Treppen verbunden, die sobald man den Felsen erreicht sehr steil werden. Direkt am Felsen ist der Weg durch Stahltreppen abgesichert. Der Weg auf den Felsen ist sehr steil und zum großen Teil nur über im Felsen befestigte Treppen zu Der Weg zum Gipfel bewältigen. Insbesondere die Wolkenmädchen sind nur über eine Stahl-Treppe zugänglich. Da die Temperaturen am Tage sehr schnell ansteigen und den Felsen erhitzen empfiehlt es sich den Aufstieg möglichst früh am Morgen zu beginnen. Notfalls kann man auch auf der mittleren Plattform beim steinernen Eingangstor zur Festung mit den Löwentatzen eine Rast einlegen. Mit etwas Glück trifft man auch auf einheimische Händler die Souvenirs und Erfrischungsgetränke anbieten. Der schmale Sims vor den Wolkenmädchen wird heute durch ein Stahlgitter geschützt, so daß man einige der Fresken gefahrlos besichtigen kann. Leider sind diese Gitter oft zusätzlich Blick zurück mit Planen verhangen, so daß das Licht für gute Fotos recht knapp ist. Der Einsatz eines Blitzes ist verboten und die Einhaltung dieses Verbots wird auch überwacht. Aber manchmal hilft einer der Bewacher und schlägt die Plane für ein Foto kurz zur Seite.

Von der mittleren Plattform und insbesondere vom Plateau aus hat man einen beeindruckenden Ausblick über dem Dschungel. Früh morgens ist die Sichtweite durch aufsteigende Nebelschwaden jedoch etwas eingeschränkt, wenn man jedoch gegen etwa 8 Uhr Morgens zum Felsen aufbricht und somit um 10 Uhr das Plateau erreicht, hat sich der Nebel meist schon aufgelöst. Später als um 9 Uhr sollte man jedoch nicht am Felsen ankommen, da um diese Zeit die meisten Rundreisegruppen den Felsen besuchen und der Aufstieg bei den höheren Temperaturen recht anstrengend sein kann.

Polonnaruwa

Der Bauernkönig

Polonnaruwa war die zweite Hauptstadt der singhalesischen Könige. Der Ort wurde schon in vorchristlicher Zeit besiedelt und war während der Anuradhapura-Phase einige Male Residenz der Herrscher. Seinen heutigen Namen erhielt er jedoch erst als im 11. Jahrhundert Anuradhapura von den Tamilen eingenommen wurde und der Herrschersitz der Singhalesen nach Polonnaruwa verlegt wurde. König Vijaya Bahu eroberte die Stadt und vertrieb die dort siedelnden Tamilen. Sein Nachfolger baute die Stadt im 12. Jahrhundert aus und ließ die meisten der als Ruinen erhaltenen Tempel und Paläste erbauen. Schon zu Beginn des 13. Jahrhunderts wurde Polonnaruwa jedoch Budistischer Tempel in Polonnaruwa von den Tamilen zurückerobert. Der Ort war noch etwa ein Jahrhundert lang besiedelt, geriet dann jedoch in Vergessenheit, bis im 19. Jahrhundert die Briten mit archäologischen Ausgrabungen begannen.Auf dem weitläufigen Areal sind viele Überreste des singhalesischen Mittelalters erhalten. Auf dem Weg zum Zentrum des alten Polonnaruwa kommt man an einer großen Königsstatue vorbei. Die Statue ist aus einem großen Stein gehauen und stellt einen König dar der einen länglichen Gegenstand in den Händen hält. Um was es sich genau bei diesem Gegenstand handelt ist nicht geklärt. Auch ist nicht sicher wen diese Statue darstellt. Von den Einheimischen wird sie gerne als Bauernkönig bezeichnet und mit dem großen König Parakrama Bahu in Verbindung gebracht.

Auch das Heilige Viereck, im Zentrum des heiligen Bezirks der alten Königsstadt, mit seinen Tempel- und Palast in Polonnaruwa Palast-Ruinen sollte man besuchen. Zu den ältesten Bauten gehört der Atadage (der Tempel des Zahns), der Anfang des 11. Jahrhunderts erbaut wurde. Er war einige Zeit Aufbewahrungsort des Heiligen Zahns, der heute im Zahntempel in Kandy verwahrt wird. In der späteren Polonnaruwa-Phase wurde der Zahn in einem größeren Tempel dem Hatadage verehrt. Auffällig sind auch die Reste des Rundtempels Vatadage, der insbesondere durch die Liegender Buddha Wächterfiguren an den Eingängen und den vier Buddhastatuen im Zentrum der nur noch teilweise Erhaltenen Mauern beeindruckt.

Zu den beeindruckendsten Resten der ehemaligen Königsstadt gehören jedoch die vier Buddhafiguren von Gal Vihara. Die Figuren zweier sitztender, eines stehenden und eines liegenden Buddhas waren Bestandteil einer Klosteranlage, von der kaum etwas erhalten ist. Einer der sitzenden Buddhas befindet sich in einer Höhle, die anderen drei sind heute durch Blechdächer geschützt.

Dambulla

Der 'Golden Temple' am Fuße der Dambulla Höhlen

Die Dambulla-Caves sind Höhlen, die, in etwa 350 Metern Höhe, in einem Felsen schon seit Jahrhunderten Mönchen eine Unterkunft bieten. Die ursprünglich natürlichen Höhlen wurden von den Mönchen teilweise erweitert, einige mit Wänden nach außen abgeschlossen und innen mit Malereien verziert. In den Höhlen, die zusammen mit einem größeren Gebäude, dem Goldenen Tempel, die Tempelanlage von Dambulla bilden, befinden sich eine große Anzahl Buddhastatuen. Darunter Buddhastatuen in einer der Höhlen von Dambulla befindet sich auch ein riesiger 14 Meter langer liegender Buddah. Fünf der Höhlen können besucht werden und bieten einen Eindruck davon, was Mönche im Laufe von etwa 2 Jahrtausenden geschaffen haben. Der Tempelbezirk wird wie üblich von Affen belagert, die Essen suchen und manchmal auch von Touristen erhalten. Ebenfalls üblich ist daß die Tempel nur barfuß betreten werden dürfen. Vom Platz vor den Höhlen hat man eine gute Aussicht über das Umland.