Yala Nationalpark
Auf dem Wege vom zentralen Hochland zum Yala Nationalpark, über eine
landschaftlich hochinteressante und serpentinenreiche Strecke, bietet es sich an einige Stops
einzulegen, um die Landschaft zu geniessen. Sobald man auf der A2 das südöstliche Tiefalnd
erreicht ändert sich nicht nur die Landschaft und die Vegetation sondern auch das Klima merklich.
Im Hochland war es feucht und kühl, im Tiefland wird es dann wesentlich wärmer und auch
deutlich trockerner. Erst in Küstennähe steigt die Luftfeuchtigkeit wieder deutlich an.
Unterwegs kann man auch noch einige buddhistische Heiligtümer besuchen, wobei Kataragama
zum Esala-Vollmond ein besonders Schauspiel bietet. An diesem Tag im
Juli bzw. August versammeln sich dort tausende Gläubige um das Fest des Kriegsgottes
Skanda zu begehen. Die Feuerläufer und die Büßer, die sich ihre Zunge
durchstoßen oder sich an Haken die durch ihre Haut gezogen sind aufhängen, sind weltbekannt.
Der Anblick ist jedoch für zartbesaitete Gemüter sicher nicht geeignet. Etwas abgelegen lag ein
vor einigen Jahrzehnten wiederentdeckes buddhistisches Heiligtum bei dem heute auch wieder ein
Mönchskloster existiert. Die in den Felsen geschlagenen Buddhastatuen sind mehrere Jahrhunderte
alt und wurden offenbar nie vollendet. Die heute dort lebenden Mönche sind recht freundlich,
stehen gerne für ein Foto bereit und freuen sich über jede Spende, die zum Ausbau des Klosters
eingesetzt wird.
Der Besuch im Yala Nationalpark, der am späten Nachmittag (kurz vor
Beginn der Dämmerung) begann war durch Dauerregen und damit verbundene schlechte Sicht
fotografisch wenig ergiebig. Die Tiere blieben von den ausgefahrenen Wegen, die die Jeeps
nutzten, recht weit entfernt und traten auch nicht in der sonst üblichen Anzahl auf. Durch
die großen Entfernungen war ich gezwungen mit 200 bis 400 mm Telebrennweite zu arbeiten, was
aus einem fahrenden Jeep heraus praktisch unmöglich ist. Nur in den Momenten wo der Fahrer
einen kurzen Stop für die Fotografen einlegte war es überhaupt möglich mit aufgelegtem
Objektiv halbwegs verwacklungsfreie Aufnahmen zu erziehlen (jedoch nur wenn der Motor des
Jeeps ausgestellt war). Hätte die Fahrt einige Stunden früher begonnen, so wäre sicher eine
bessere Ausbeute möglich gewesen. Trotz der schlechten Bedingungen war es eine erlebnisreiche
Tour - insbesondere für die Insassen des Jeeps, der mit technischen Problemen etwa 30 Minuten
lang liegengeblieben war, bis ihn ein nachfolgender Wagen abschleppte.
Touristenzentren an Sri Lankas Südküste
Die von den meisten Touristen besuchte Region Sri Lankas ist die Süd- und die Südwestküste. Dieses ist auch die Gegend, die nach dem Tsunami von Dezember 2004 am schnellsten mit Hilfsgütern versorg wurde. Wobei jedoch ein spürbares Gefälle existierte, je weiter von der Hauptstadt Colombo entfernt, desto später kam die Hilfe an. Das Hotel, in dem ich nach der Rundreise noch einige erholsame Tage verbrachte, wurde von dem Tsunami derart stark beschädigt, dass es bisher (Ende 2005) noch nicht wieder eröffnet hat. Die Bevölkerung dieser Region lebt jedoch zum größten Teil von den Touristen.
Neben den reinen Touristenstädten wie Hikkaduwa, scherzhaft auch als Hippiduwa bezeichnet - in den 70er Jahren war es ein beliebtes Ziel von Rucksacktouristen, hat die Südküste Sri Lankas auch einige historisch wichtige Orte zu bieten. Die wohl bekannteste Stadt dürfte die ehemalige niederländische Niederlassung Galle sein. Der alte Stadtkern ist weitgehend erhalten und lädt zu einer ausgiebigen Erkundung ein. Einige Kilometer nordwestlich trifft man an der Küste noch auf einige Stelzenfischer. Die Fischer, die an den von Touristen gut erreichbaren Küstenstreifen auf den Stelzen sitzen, leben jedoch nicht vom Fischfang sondern von den Spenden der Touristen. Angeblich können sie auch einmal recht laut werden, wenn sie keinen Obolus erhalten und trotzdem fotografiert werden. An Wochenenden sollen jedoch an weniger gut zugänglichen Küstenstreifen eine größere Anzahl von Einheimischen diese traditionelle Form des Fischfangs als Sport pflegen.
Da ich nicht nur am Strand liegen wollte habe ich einige kurze Touren in die Umgebung von
Bentota unternommen. Die ortsansässigen Führer hatten recht interessante
Ziele ausgewählt, bei denen für jeden Geschmack etwas dabei war - vom Leben auf dem Lande, bis zur
Schildkröten-Aufzuchtstation. Die Fauna und Flora am Bentota-Fluß
(Bentota Ganga) ist nicht so vielfältig wie im Yala Nationalpark,
dafür kommt man mit den kleinen Booten, mit denen Touren durch die Mangroven-Wälder angeboten werden,
wesentlich näher an Kaimane, Flughunde und andere Wildtiere heran. Etwa 10km südlich von
Bentota entfernt liegt bei Kosgoda die
Victor Hasselblad Turle Hatchery, eine Schildkröten-Aufzuchtstation, in der
neben einer großen Anzahl sehr junger Schildkröten auch einige wenige älter Exemplare gehalten werden.
Die Mitarbeiter erklären gerne den Touristen die Aufgabe dieser Station und zeigen die Schildkröten,
die auch berührt werden dürfen. Neben der Aufzucht der, durch die in
Beschlagnahme der Strände durch die Toruisten, bedrohten Schildkröten ist insbesondere die
Aufklährungsarbeit eines der Ziele dieser Einrichtung. An den Straßen findet man viele durch
Seile verbundene Palmen, und wenn man etwas Glück hat kann man einen der Palmweinzapfer bei
seiner akrobatischen Arbeit in schwindelerregender Höhe beobachten. Der Palmwein, der vergorene
Saft der Palmen, wird an kleinen Ständen an der Straße auch zum Kauf angeboten. Wer einen gesunden
Magen hat kann diese alkoholische Spezialität probieren.
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